Die Firma. Ein Rant.

Ich arbeite regelmäßig mit den Produkten einer großen amerikanischen Softwarefirma (nein, nicht diese. – die andere).

Ich benutze die Softwareprodukte dieser Firma nicht, weil ich sie besonders schätze. Tatsächlich sind die betreffenden Programme überwiegend barock, unnötig kompliziert, unglaublich ressourcenhungrig und konzeptionell in den Achtzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts verwurzelt. Wer ein Museum staubiger Benutzeroberflächen durchwandern möchte, lädt sich einfach die Demo eines beliebigen Produkts der Firma herunter.

Normalweise würde ein einziges der genannten Ärgernisse ausreichen, damit ich mich nach moderneren, eleganteren und stabileren Alternativen umsehe. Hier jedoch sind alle Nöte und Klagen samt und sonders irrelevant. Ich muss die Produkte der Firma verwenden, weil sie in meiner Branche als Quasi-Standard gelten. Wer etwas anderes verwendet, gilt bestenfalls als schrullig; schlimmstenfalls verpasst er wichtige Aufträge oder muss bei Formatproblemen gerade stehen – selbst dann, wenn ein Produkt der Quasi-Standard-setzenden Firma Schuld am Murks trägt. Recht hat, wer über 90 % Marktanteil gebietet – das ist auch in dieser Branche nicht anders.

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Schatz, ich habe die Zukunft geschrumpft.

Neil deGrasse Tyson – wahrscheinlich einer der klügsten Köpfe auf dem Planeten und trotzdem eine unübersehbar coole Sau – hat vor kurzem in der Sendung des nicht ganz so coolen, gleichwohl von mir bewunderten Bill Maher gesagt, dass wir nicht mehr träumen. „Wir“ bezieht sich dabei oberflächlich auf eine US-amerikanische Gesellschaft, welche in einem Monat in Afghanistan jenes Geld verbombt, das man nicht in ein bis zum Geburtsschrei des Universums zurückschauendes Teleskop investieren will, aber gemeint ist wahrscheinlich letzten Endes der ganze Planet.

Verdient.

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Die ZEIT iOS App: Aufgeräumt, flink, unbrauchbar.

Ich hege große Sympathien für die ZEIT und für ZEIT Online. Die ZEIT ist eine erwachsene Zeitung; sie biedert sich weit seltener bei leicht zu beeindruckenden Zielgruppen an als die Konkurrenz; sie hat einen aufgeräumten Webauftritt mit guter Funktionalität und Usability.

Und das Wichtigste: Anders als bei den anderen deutschen Nachrichtenportalen lässt man dort ausgesprochen selten Praktikanten und Redakteure aus der zweiten Reihe verquaste, schlecht recherchierte Filler publizieren.

Man könnte den Eindruck gewinnen, dass die ZEIT das Internet ernst nimmt; zumindest mehr als ein Großteil der Konkurrenz. Und sie hat – wie es sich im frühen 21. Jahrhundert gehört – eine iOS App. Was läge also für den praktizierenden, ZEIT-lesenden iPad-Fan näher, als diese App (beziehungsweise die damit erschließbaren Inhalte) zu kaufen?

Vieles.

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